Die Platte zum Buch / Nagel – Was kostet die Welt 10″/Download auf Audiolith
Zusammen mit Freund und langjährigem muff potter-Produzent Nikolai Potthoff wurden vier kurze Ausschnitte des Romans musikalisch interpretiert, mit Beats und Melodien unterlegt und auf zehn Zoll Vinyl gepresst.
Bei allen Songs handelt es sich um originale, nicht veränderte Textstellen aus Was kostet die Welt. Vom Jetlaggeplagten Aufwachen in Berlin (5 Uhr 44 aus Kapitel 2), über Ausbruchs- und Gewaltphantasien in einem Friseursalon in Bernkastel-Kues (Einen Abend Wahnsinn aus Kapitel 13) und dem liebevollen Rückblick auf das Kennenlernen seiner Reisebegleitung Verena in der israelischen Mittelmeermetropole (Tel Aviv aus Kapitel 6), bis hin zum längsten Track Quality Time aus dem Showdown-auf-dem-Weinfest Kapitel 16, wo Meises gesamter bürgerliche-Welt-Ekel sich in einem paranoiden Hassmonolog entläd.
Eine sehr persönliche Interpretation des NEW ORDER Klassikers Bizarre Love Triangle komplettiert die EP. Folgerichtig, handelt es sich dabei doch um den Lieblingssong von Meise, den er an der Mosel aber nicht hören kann, weil er seinen iPod zuhause in Berlin vergessen hat. Darüberhinaus fungiert das New Order Stück in Was kostet die Welt als das einzig positiv erwähnte Stück Musik, die sonst nur in Form von nervtötenden Handyklingeltöten, unerwünschten Ohrwürmern oder grenzdebiler Top-40-Band Beschallung auftaucht.
»Alle Gesetze des Rausches befolgend, meldet sich als Nächstes das dringende Bedürfnis, gute Musik zu hören.
„Bizarre Love Triangle“ von New Order zum Beispiel. Was für ein fantastisches Lied.
„Every time I think of you I feel shot right through with a bolt of blue … “
Ich weiß nicht mal, was das heißen soll, „a bolt of blue“, keine Ahnung, aber das ist ja egal, das ist vielleicht sogar das Schöne daran. Der Song ist größer, als es jede noch so schlaue Aussage jemals sein könnte. Er hat die Macht, sämtliche Stupidität des Daseins zu kompensieren, und eine Melodie, die die Menschheit überleben wird.
„Every time I see you falling I get down on my knees and pray …“
Was würde ich dafür geben, dieses Lied jetzt hören zu können.«
(Auszug, Seite 255)

